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Espresso oder Filterkaffee: Was ist gesünder?

«Die Zeit» stellt in einem aktuellen Artikel die Frage: Stimmt es, dass der klassische Filterkaffee «ungesünder» ist als Espresso?

Espresso und Filterkaffee unterscheiden sich laut «Die Zeit» in dreierlei Hinsicht: Erstens wird Filterkaffee in der Regel aus günstigen Robusta-Bohnen hergestellt, während Espresso aus den edleren und koffeinärmeren Arabica-Bohnen geröstet wird (eine Unterscheidung, welche mit Blick auf die süditalienische Espresso-Kultur etwas relativiert werden muss). Zweitens verlieren Espresso-Mischungen durch eine längere Röstung mehr Säure, was die Magenfreundlichkeit des Espressos verbessert. Und drittens werden bei der Filterherstellung mehr Koffein und andere Inhaltsstoffe extrahiert als bei der Espressozubereitung, für den Autor wiederum ein Pluspunkt auf das Espresso-Konto.

Die Antwort auf die Ausgangsfrage macht der Autor des Artikels abhängig vom Koffeingehalt der beiden Kaffee-Getränke. Sein Fazit: Espresso darf als gesünder gelten, weil er weniger Koffein und magenreizende Stoffe enthält.

Allerdings stellt sich auch die Frage: Ist Kaffee überhaupt ungesund? Folgende Beiträge sprechen eigentlich eine deutliche Sprache:

«Die Wahrheit über Kaffee»
Kaffee immer gesünder
Kaffee - Freund des Alkohols?
Kaffeekonsum mindert Parkinson-Risiko
Kaffee - ein Tausendsassa
Was soll man trinken?
Kaffee hilft gegen Diabetes
Kaffee ein Aphrodisiakum?

«Die Wahrheit über Kaffee»

.. titelt Focus online und fasst den Einfluss des schwarzen Getränks auf den Cholesterinspiegel, das Herzinfarktrisiko, Diabetes, Bluthochdruck, auf die Knochen und die Bildung von Gallensteinen zusammen. Weitere Beiträge widmen sich dem Kaffee als möglichen Wasserräuber, den Gefahren von Kaffee für Schwangere oder der Frage, ob Kaffee süchtig macht.

Das Fazit: Regelmässiger Kaffeekonsum ist für die Gesundheit nicht nur unbedenklich; bei einer ganzen Reihe von Krankheiten senkt Kaffee erwiesenermassen das Risiko einer Erkrankung.

Kaffee immer gesünder

Mit jeder Studie, die zum Kaffee publiziert wird, scheint das Getränk gesünder zu werden. Indizien für eine Schutzwirkung von Kaffee gibt es inzwischen für Diabetes Typ 2, für neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz oder Parkinson, Nieren- und Gallensteine sowie für verschiedene Tumorformen. Das berichtet die Berliner Morgenpost im Artikel Kaffee trinken senkt das Krebsrisiko.

Experten, die im Artikel zitiert werden, geben allerdings zu: Warum genau Kaffee vor Krankheiten schützt und welche Inhaltsstoffe genau wirken, weiss man in vielen Fällen noch nicht.

Kaffee - Freund des Alkohols?

Das Apothekenmagazin «Diabetiker Ratgeber» berichtet über eine Studie mit über 125 000 Teilnehmern, die darauf schliessen lässt, dass Kaffee das Risiko für eine alkoholbedinge Leberzirrhose deutlich senken kann:

Demnach sinkt das Risiko für eine alkoholbedingte Leberzirrhose bereits bei einer Tasse Kaffee am Tag um 20 Prozent, bei mehr als drei Tassen um 80 Prozent. Vor einer Zirrhose infolge anderer Lebererkrankungen scheint Kaffee indes nicht zu schützen. Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass die genaueren Zusammenhänge noch völlig unklar sind. Keineswegs sollten die Ergebnisse als Empfehlung missverstanden werden, übermäßigen Alkoholgenuss mit großen Mengen Kaffe auszugleichen.

Kaffee - ein Tausendsassa

Kaffee ist ein richtiger Tausendsassa, was seine vorbeugenden und heilenden Wirkungen und Einflüsse angeht - wir haben immer wieder darüber berichtet. Was Kaffee alles bewirkt und verhindert, hat Focus Online im Artikel Kaffeetrinker leben besser zusammen gefasst:

Das Tässchen ist lieb gewonnene Gewohnheit und Lebensart, auch wenn es lange Zeit keinen guten Ruf genoss. Mittlerweile haben Wissenschaftler die kleine Bohne von ihrem Negativimage freigesprochen – jedenfalls solange es bei drei bis fünf Tassen pro Tag bleibt. Einen Überblick über die Ergebnisse der Kaffeeforschung verschafften sich Wissenschaftler anlässlich des Kongresses «Experimental Biology 2007» in Washington D.C. zum Thema

Von Alzheimer bis Gallensteine

Demnach konsumieren Kaffeetrinker mit jeder Tasse Gesundheits-Mehrwert: Schon ein Becher pro Tag kann das Risiko halbieren, an Parkinson zu erkranken. Andere Studien zeigen, dass die kleine Bohne die Gefahr senkt, Alzheimer zu bekommen. Sogar an Depressionen sowie Nieren- und Gallensteinen leiden Kaffeetrinker weniger häufig. Letztere treten sogar um 25 Prozent seltener auf, wenn die Probanden täglich bis zu vier Tassen Kaffee trinken.

Damit nicht genug: Kaffee senkt ausserdem das Diabetes Typ 2-Risiko und das Risiko verschiedener Krebserkrankungen. Einige Nachteile bringt nach den aktuellen Erkentnissen der Wissenschaft jedoch auch der Kaffeekonsum mit sich:

Ein wenig Kritik muss sich die braune Bohne allerdings doch gefallen lassen: Den Anstieg des Blutdrucks durch das Getränk vertragen viele Menschen nicht. Für einige Krebsarten wurde für Kaffeetrinker doch ein leicht erhöhtes Risiko belegt, zum Beispiel für Leukämie, Harnwegs- und Magenkrebs. Vieltrinker laufen größere Gefahr, an Rheuma zu erkranken. Kaffee erhöht außerdem den Homocysteinspiegel, den Mediziner für Schlaganfälle mit verantwortlich machen. Und während der Schwangerschaft sollten Frauen ihrem Kind zuliebe ihren Kaffeekonsum drosseln, denn bei acht oder mehr Tassen pro Tag steigt das Risiko einer Totgeburt. 

Kaffeekonsum mindert Parkinson-Risiko

Eine Studie der amerikanischen Duke University in Durham zeigt: Wer Kaffee trinkt, hat ein erheblich kleineres Risiko, an der Krankheit Parkinson zu erkranken. Gut weg kommen in der Studie für einmal auch Tabakprodukte. Auch sie mindern das Risiko einer Parkinson-Erkrankung. Ein Auszug aus einem Artikel zum Thema von Networld.at:

Schon seit längerem gibt es Hinweise darauf, dass Tabak und Kaffee das Parkinson-Risiko senken. Eine US-Studie liefert nun einen weiteren Beleg für diesen Schutzeffekt. Die Forscher der Duke Universität in Durham verglichen 356 Parkinson-Patienten mit 317 Familienmitgliedern ähnlichen Alters, die nicht an der Krankheit litten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Parkinson-Patienten jemals geraucht hatten, war nur etwa halb so hoch wie bei den anderen Familienmitgliedern. Die Wahrscheinlichkeit für einen gegenwärtigen Tabakgebrauch betrug nur etwa 30 Prozent. Auch der Kaffeekonsum lag bei den Parkinson-Patienten deutlich niedriger als bei den gesunden Angehörigen.

Was soll man trinken?

Welches Getränk befördert das Wohlbefinden und die Gesundheit von erwachsenen Menschen am meisten? «Wasser», sagt laut Tagesspiegel Online eine amerikanische Forschergruppe. Bereits an zweiter Stelle der empfehlenswerten Getränke steht, zusammen mit dem Tee, der Kaffee. Ein Auszug aus dem Artikel «Du bist auch, was Du trinkst»:

Der Bauch der täglichen Trinkkanne sollte also voller Wasser sein (aus Leitung oder Flasche), so viel ist klar. Aber was darf man dazukippen? An zweiter Stelle stehen Tee und Kaffee, am besten ungesüßt. Tee ist gut für Herz, Knochen und Zähne. Kaffee senkt das Risiko für Typ-2-Diabetes (Alterszucker), Darmkrebs, Parkinson. Wer’s mit dem Kaffee nicht vollkommen übertreibt, hat für sein Herz keine bösen Folgen zu befürchten und der wird auch nicht entwässert, wie man lange annahm und wie es manchmal noch behauptet wird.

Kaffee hilft gegen Diabetes

Verschiedene Medien haben in den letzten Wochen eine finnische Studie zitiert, die den Zusammenhang zwischen dem Kaffee-Konsum und einem verminderten Diabetesrisiko untersucht hat. Die Ärzte Zeitung berichtete etwa:

Viel Kaffee zu trinken schützt vor Diabetes. Diese These wird jetzt durch neue Studiendaten von Kollegen aus Finnland gestützt. Frauen scheinen vom Kaffee-Genuß dabei besonders zu profitieren. In der Studie wurden von über 21 000 Personen im Alter von 35 bis 74 Jahren innerhalb von 13 Jahren regelmäßig Daten erhoben. In dieser Zeit wurde bei 964 Teilnehmern ein Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Bei einem täglichen Kaffee-Konsum von drei bis sechs Tassen war die Diabetes-Rate bei Frauen um 29 Prozent und bei Männern um 23 Prozent niedriger als bei Menschen, die keinen Kaffee trinken.

Ein interessantes Detail der Studienergebnisse findet sich in einer Meldung, die heute auf Web.de veröffentlicht wurde:

Den größten vorbeugenden Effekt hat Kaffee scheinbar bei körperlich wenig Aktiven und übergewichtigen Menschen, die pro Tag mindestens 7 Tassen tranken: Sie erkrankten an Diabetes nur halb so häufig wie Kaffeeverächter.

Kaffee-Spa

kaffee-spa

(Bildquelle: Yunessun Spa Ressort)

Entspannt in einem Kaffee-Bad plantschen kann man im Yunessun Spa Ressort in Japan. Ein vergnügliches Bad in Kaffee ist laut den Betreibern eine Wohltat für Körper und Seele:

It has been said that coffee is an effective treatment from the recovery of fatigue, and also adds beauty to the skin. The aroma of the coffee will also perk up your senses.
Gesehen bei Ehrensenf.de.

Kaffee ein Aphrodisiakum?

Dieser Frage geht ein PR-Artikel der deutschen Firma Burkhof Kaffee nach, die mit «Coffeerotic» einen dunkel gerösteten, «feurigen und leidenschaftlichen» Spezialkaffee im Angebot haben. Der Artikel Studien belegen: Kaffeetrinker sind sexuell aktiver zeichnet nach, dass Lust und Laster vor allem zu der Zeit mit dem Kaffee verbunden wurde, als das Getränk in Europa neu aufkam:

«Der erste einschlägige Spruch zur aphrodisischen Wirkung des Getränks lautete schon um das Jahr 1700 in Deutschland ‚Coffeum wirft die Jungfrau um’», berichtet Kaffeeexperte Christian Kania von der Burkhof Kaffee GmbH im bayerischen Sauerlach. Und in der Kaffeekantate des deutschen Komponisten Johann Sebastian Bach (1685-1750) heißt es: «Ey, wie schmeckt der Coffee süße, lieblicher als tausend Küsse.» Auch ein Freund des Dichters und Malers Joachim Ringelnatz (1883-1934) hat über die Bedeutung des Kaffees sinniert. Auf einer Hochzeits-Kaffeemühle, die er Ringelnatz schenkte, steht: «Ich schenke dir zum Ehespiele als Leitmotiv die Kaffeemühle. Fest musst Du gleich den Schwengel fassen, Du orgelst eifrig darauf los und drückst den Schieber in die Dos.»

Aber wirkt Kaffee tatsächlich luststeigernd? In einem Versuch mit Ratten hatte Koffein offenbar eine durchschlagende Wirkung:

Ein Test mit 108 weiblichen Ratten belegt die stimulierende Wirkung des Kaffees. Den Tieren wurde Koffein verabreicht. Die Ratten wurden daraufhin rattenscharf: Sie entwickelten ein wesentlich stärkeres Interesse an den Männchen als normalerweise, heißt es in dem Forschungsbericht, der im Band 82 der Fachzeitschrift «Pharmacology Biochemistry and Behavior» veröffentlicht wurde.

Eine eindeutige, pharmakologisch belegte Wirkung als Aphrodisiakum konnte dem Kaffee, so der Artikel weiter, bislang jedoch nicht nachgeweisen werden. Erklären lässt sich die anregende Wirkung von Kaffee und Koffein dennoch recht einfach: Wie alle luststeigernden Mittel spendet Kaffee Energie und regt den Kreislauf an.
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