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100 Prozent Robusta

Der Kaffee-Markt wird von zwei Kaffee-Typen beherrscht: den Sorten Robusta und Arabica. Als der edlere der beiden gilt der Arabica-Kaffee. Er zeichnet sich durch einen eleganten, milden und seidigen Geschmack und einen relativ geringen Koffeingehalt aus. Der Grund: Koffein, der Hauptwirkstoff von Kaffee, wirkt als natürliches Insektizid. Weil Arabica-Pflanzen in höheren Regionen mit weniger Insektenaufkommen wachsen, brauchen sie weniger Koffein, um sich gegen ihre natürlichen Feinde zur Wehr zu setzen.

Robusta-Kaffee gilt hinter den edlen Arabicas als zweitklassig. Die Robusta-Kaffeepflanze wächst auch unter ungünstigeren Bedingungen und in tieferen Lagen. Der Preis: Ein eher rauer und kräftiger Geschmack mit einem hohen Koffeingehalt.


Robusta Kaffee Brasiliana

Robusta Kaffee Brasiliana

100 Prozent Robusta: Der Caffè Brasiliana entwickelt ein herrliches Schäumchen (Premium-kaffee.ch)

In der Regel werden Robustas zusammen mit Arabica-Bohnen geröstet. Reine Robusta-Kaffees findet man im Premium-Segment nur selten. Der Caffè Brasiliana ist ein Vertreter dieser exotischen Gattung. Geröstet wird er aus den besten Robusta-Qualitäten Brasiliens. In der Tasse duftet er kräftig und intensiv nach Bitterschokolade und Erde, sein Geschmack wirkt rauchig und herb. Eine für Kaffee-Gourmets sehr interessante Mischung, die nicht nur mit einem spannenden Geschmack aufwarten kann, sondern sich auch ausgezeichnet als Basis von Milch-Mischgetränken eignet.

Äthiopische Kaffeezeremonie

In Äthiopien, der Heimat des Kaffees, wird Kaffee traditionell in einer ausgedehnten Zeremonie getrunken. Im Artikel «Den Kaffeegenuss zelebriert» beschreibt der Kölner Stadt-Anzeiger die Zeremonie und vergleicht den Geschmack des traditionell gebrauten Kaffees mit italienischen Espresso:

Mit den Arabica-Bohnen wird sowohl der Espresso als auch der äthiopische Kaffeeaufguss hergestellt. Nur, dass man die exotische Mischung nicht im Schnellverfahren zwischendurch oder als Abschluss eines guten Essens zu sich nimmt. In Äthiopien und in Eritrea wird der Kaffeegenuss nämlich zelebriert, mehrmals am Tag und zu allen möglichen Anlässen. Zum Beispiel wenn Frauen „Mit-Streiterinnen“ einladen, um einen aktuellen Konflikt zu bereden und zu lösen. Oder einfach nur, um ein Stündchen hier, ein Stündchen da zusammenzusitzen und die Zeremonie zu pflegen.

Eine ganze Sendung über das äthiopische Kaffeeritual hat das SWR ausgestrahlt (zitiert im Blog von Espresso International).

«Der Kult ums Schäumchen»

Die DRS 3 Hintergrundsendung Input von letztem Sonntag hat sich ganz der Faszination des Getränks Kaffee gewidmet. Aus der Sendebeschreibung:

Die Kultur des Kaffeetrinkens ist im Laufe der Jahrhunderte zum Lifestyle avanciert. Zuerst galt das Brauen des schwarzen Heissgetränks als exzentrisch und war nur adligen Häuptern vorbehalten.

Was später der Arbeiterschicht als Aufputschmittel verabreicht wurde, wird in der heutigen Genusswelt als Kultgetränk verehrt. Input beschreibt Brauchtum und Ästhetik rund um Volkes Droge Nummer 1.

Die Sendung anhören:

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Erstes deutschsprachiges Magazin für Kaffee-Liebhaber!

Crema Magazin

(Bildquelle: Premium-kaffee.ch)

Die Kaffee-Gemeinde hat ein eigenes Fachmagazin! Die neue Zeitschrift heisst Crema und richtet sich an Gourmets und coffee-lovers. Für das spannende Projekt haben die Herausgeber ausgewiesene Kaffee-Fachleute aus ganz Europa verpflichten können. Unter anderem schreibt der Autor des Standardwerks Kaffee, Espresso & Barista für das neue Kaffee-Magazin.

Der Inhalt der ersten Ausgabe ist spannend und macht Lust auf mehr. Das Heft ist in die vier Rubriken «beans», «casa», «barista» und «to go» unterteilt. Zu den Highlights der Erstausgabe gehört ein Espressomaschinen-Test, ein Vergleich von spezialisierten Kaffee-Onlineshops (weil sich der Test auf deutsche Anbieter beschränkt hat, wurde Premium-kaffee.ch nicht berücksichtig) oder der Latte Art-Workshop.

Im Internet präsentiert sich das neue Magazin unter www.cremagazin.de.

Was uns freut: Auch Premium-kaffee.ch wird in der Erstausgabe erwähnt. Bei uns hat die Redaktion das Côte d'Azur Geschenkset von Blaser Café entdeckt.

Neue Methode entlarvt Kaffeepanscher

Wenn der Kaffee nicht schmeckt, könnte das daran liegen, dass das Kaffeepulver gepanscht wurde. N-TV berichtet im Artikel «Kaffee-Panschern auf der Spur: Vitamin E gibt Klarheit» über eine amerikanische Forschergruppe, welche ein Verfahren entwickelt hat, mit welchem Kaffeepanscher einfach überführt werden können. Das Verfahren untersucht dabei das Mengenverhältnis von verschiedenen Verbindungen des Vitamis E in einer Kaffeeprobe.

Anschliessende Testversuche haben Erstaunliches ans Licht gebracht: Die Wissenschaftler entdeckten Kaffeesorten, die ums bis zu 8.9 Prozent mit Sträuchern oder fein zerkleinerten Zweigen der Kaffee-Pflanze gestreckt wurden.

Kaffee-Socken

Kaffee-Socken

Socken für echte Kaffeefans. Gefunden bei Joyofsocks.com.

Engländer ist neuer Barista-Weltmeister

Barista Weltmeister James Hoffman 

(Bildquelle: Worldbaristachampionship.com)

Der neue Barista-Weltmeister heisst James Hoffmann und kommt aus England. Die Seite Cafe-future.net schreibt dazu:

Ausgerechnet ein Kaffeekünstler aus dem Mutterland der Teekultur konnte sich bei den World Barista Championships in Tokyo, die in der vergangenen Woche zuende gingen, den Siegertitel sichern. Die Kreationen von James Hoffman schmeckten der Jury am besten, sie verlieh ihm außerdem den Award für den besten Signature Drink, ein Espresso mit Keks- und Tabakaroma.

Anna Kaeppeli, die beste Baristakünstlerin der Schweiz, erreichte das Finale der besten sechs.

Perfektion bis zum Exzess

Der deutsche Barista Matthias Lincke vertritt Deutschland an der diesjährigen Barista-Weltmeisterschaft in Tokio. Über 500 Trainingsstunden hat der Münchner bereits absolviert. Die Frankfurter Rundschau hat ihm beim Trainig über die Schultern geblickt. Ein kurzer Auszug (Quelle: FR-Online.de: Unter Dampf): 

Wie Kaffee schmecken könnte, präsentiert Lincke in einer Trainingspause. Konzentriert spannt er das Kreuz an, drückt die Finger durch und klopft das Sieb seiner Della Corte an der "Mahlkönig Grind on Demand K 30" aus. Auf Knopfdruck spuckt die Mühle das Espressopulver aus. Den Mahlgrad hat er in jahrelanger Selbsterfahrung ermittelt - als Laie versteht man davon nur Bahnhof. Und um die Wassertemperatur zu bestimmen, benötigt er kein Thermometer. Es wird heiß, blubbert aber nicht. "Sonst wäre das Wasser bei hundert Grad" - und damit zu heiß. Das Ergebnis duldet keinen Widerspruch:In der vorgewärmten Tasse unter einer goldfarbenen Crema ist ein schwarzbrauner Saft, der mehr nach bitterer Schokolade schmeckt als so manche bittere Schokolade selbst. Auch den Geschmack seines Kaffees hat Lincke sich selbst zusammengeschmeckt - in Experimenten mit verschiedenen Röststufen. Bei jeder schmeckt die Bohne, eine Arabica aus der brasilianischen Fazenda da Lagoa, anders. Perfektion bis zum Exzess.

Schaumlöffler

Eine kleine deutsche Kaffeegeschichte ist heute in der Zeitung Junge Welt erschienen. Der Artikel Aus der schönen neuen Kaffeewelt zeichnet nach, wie zu Grossmutters Zeiten Kaffee mit viel Erfurcht genossen wurde..

Bei der Großmutter väterlicherseits gab es sogenannten Kinderkaffee. Hierbei handelte es sich um Ersatzkaffee aus Gerste oder Malz. Dieser »Caro Kaffee« war ganz offensichtlich ein Überbleibsel aus schweren Jahren und schlechten Zeiten. Das Pulver wurde auch Muckefuck genannt, ich fand das Wort lustig, aber es war eher abschätzig gemeint. Mit nahezu ehrfürchtigem Timbre, gewissermaßen mit Ausrufungszeichen wurden dagegen die Worte »echter Bohnenkaffee« ausgesprochen. Das war eine Kostbarkeit, die man sich nur selten leistete und gönnte.

.. wie später Verwöhnaroma und Krönung das Land eroberten..

Der Kaffee selbst war scheußlich: vakuumisiertes Zeug, das einen sauren Geruch wie von Achselnässe verströmte. Dieses Malodeur blieb dem Getränk auch nach der Zubereitung voll erhalten; »Verwöhn-Aroma« hieß und heißt das in der Werbung. Aus der man lernt, daß Mühe allein nicht genügt: Ohne die von führenden Giftmischern zusammengepreßte »Krönung« wird man den Gipfel der Abscheulichkeit niemals erfolgreich erklimmen.

.. bis endlich die Kaffeezivilisation Deutschland erreichte..

In italienischen Eiscafés oder Restaurants dagegen standen gewaltige Espressomaschinen, schimmernde, gewienerte, liebevoll geblitzblankte Monster, fauchend und dampfend wie der Drache Smaug und so groß und so kostspielig wie ein Kleinwagen. Aus diesen Getümen kam das schwarze Destillat, das zum Wachwerden, Wachbleiben oder zum Abschluß einer Mahlzeit zu sich genommen wird, also eigentlich immer.

Der tragische Schlusspunkt: Die Latte Macchiato-Kultur..

Die weichgebrabbelten Kaffeekonsumenten aber sitzen in der Schaumgummizelle, zeigen Milde-Sorte-Gesichter vor und rufen immerzu den eigenen Namen: »Macchiato! Macchiato!« Oder, weil sie nicht einmal ihren eigenen Namen richtig aussprechen können: »Matschiato! Matschiato!« Haben die noch alle auf der Latte? Die Warnung »C-a-f-f-e-e, trink nicht sovie-hiel Ca-haf-fee« befolgen sie jedenfalls ganz brav: Macchiaten trinken nicht Kaffee, sie löffeln Schaum.

Kaffee ist Leben

Im Tagesspiegel ist gestern eine charmante Liebeserklärung an den Kaffee erschienen. Ein Auszug aus dem Artikel Kaffee ist Leben:

Es ist ein Moment der Gnade. Wenige schwebende Minuten am Beginn des Vormittags. Eine kontemplative Minipause. Ein Atemholen, bevor man sich widerstandslos vom Sturmwind des Tages davontragen lässt. Der kleine Morgenkaffee, le petit café du matin, ist ein geheiligtes Ritual.

Im Artikel wird eine kleine Soziologie des Kaffeetrinkens entwickelt. Der frühe Kaffee unterscheide sich, erklärt der Autor, vom 11 Uhr Kaffee, genauso wie der Espresso-Trinker nichts mit dem Caffè Latte-Schlürfer gemein habe:

Der frühe Kaffee wird einsiedlerisch und schweigend getrunken. Man ist einen Moment für sich, ohne sich zu unterhalten, ohne genaues Ziel, ohne höflich oder tüchtig sein zu müssen. Eine Freiheit, die man sich gönnt, ohne irgendjemanden um Erlaubnis zu bitten. Fast eine anarchische Abschweifung in der strikten Tagesplanung.
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