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Kaffeefilter feiert 100. Geburtstag

Um 1900 brühte man den Kaffee hierzulande noch nach türkischer Art: Kaffeepulver wurde im Wasser aufgebrüht und kam dann mit in die Kaffeetasse. Mit Küchentüchern oder Metallsieben versuchten die Hausfrauen zwar, den Satz zu filtern. Auf die eine Art dauerte das Durchlaufen des Kaffees aber zu lange, der Kaffee wurde bitter, und durch die groben Metallsiebe lief der Satz trotzdem durch.

Eine gewisse Melitta Bentz hatte vor genau 100 Jahren einen Einfall, welcher die Trinkgewohnheiten der Kaffeeliebhaber revolutionieren sollte. Durch das Löschblatt ihres Sohnes inspiriert, entwickelte sie den ersten Kaffeefilter aus Löschpapier. Das Resultat überzeugte, heute feiert das Unternehmen Melitta, das inzwischen 16 Milliarden Kaffeefilter pro Jahr herstellt, seinen 100. Geburtstag. Im Artikel «Melitta - Kein Durchkommen» blickt Financial Times Deutschland auf die Erfolgsgeschichte des deutschen Unternehmens zurück.

100 Jahre Jacobs-Röstung

Jacobs-Kaffee 

(Bildquelle: Kraft Foods Deutschland)

Am 17. März 1907 erhielt Johann Jacobs von der Stadt Bremen eine Rösterlaubnis und begann mit dem Rösten von Kaffeebohnen. Zum Geburtstag des beliebtesten deutschen Kaffees blickt Jacobs in einer Medienmitteilung auf die Geschichte der Traditionsmarke zurück:

Johann Jacobs Anfänge im Bremer «Specialgeschäft»

Am 15. Januar 1895 annonciert ein junger Kaufmann aus einem Dorf bei Bremen, dass er in der Hansestadt ein «Specialgeschäft in Caffee, Thee, Cacao, Chocoladen, Biscuits» eröffnet habe. Er werde es sich zur Aufgabe machen, «nur beste, tadellose Waaren zu angemessenen Preisen zu liefern», heißt es in der Anzeige, die der 26-jährige Johann Jacobs geschaltet hat. Dies ist die Geburtsstunde von Jacobs Kaffee. In den Folgejahren wächst das «Specialgeschäft». Ein Umzug bietet Jacobs 1907 die Möglichkeit, eine eigene Rösterei einzurichten. Er schrieb dazu: «Wurden in der Lohnrösterei meine Kaffees schablonenhaft, eine Sorte wie die andere, geröstet, so konnte ich jetzt jede Sorte nach ihrer Eigenart und Struktur (...) behandeln und somit meinem Kaffee eine besondere Geschmacksrichtung geben» - ein erster Meilenstein zum Qualitätsprodukt.

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Warum die Engländer Tee trinken

Laut Profil online, dem Online-Portal des deutschen Industrieverbands «Agrar», ist England erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine Nation von Teetrinkern. Früher sollen auch die Briten begeistert Kaffee getrunken haben. Verantwortlich für den Untergang der englischen Kaffeekultur war ein sogenannter «Rostpilz»:

Die damalige britische Kronkolonie Ceylon – das heutige Sri Lanka – war einer der bedeutendsten Kaffee-Exporteure. Dann tauchte 1868 ein Pilz auf, der eine vernichtende Blattkrankheit auslöste: der Kaffeerost (Hemileia vastatrix). Innerhalb von 25 Jahren war das Ende der blühenden Kaffeewirtschaft auf einer Fläche von 160 000 Hektar besiegelt. Den Kaffeeanbauern blieb damals nichts anderes übrig, als die verwüsteten Plantagen mit Tee zu bepflanzen.

Dieser Umstellung folgten die Engländer und wurden so zu begeisterten Teetrinkern. Inzwischen hat man längst Mittel und Wege gefunden, dem Kaffeerost entgegenzuwirken, damit Kaffee in den anderen Anbaugebieten der Welt gut gedeihen kann.